Bevor du auch nur ein Produkt sourcst, entscheiden drei Dinge über alles Weitere: welchen Kontotyp du eröffnest, wie du die Umsatzsteuer über mehrere Länder hinweg regelst, und welche Versandart du wählst. Dieser Leitfaden deckt alle drei ab.
Amazon-Verkäuferkonto eröffnen
Das solltest du bereithalten, bevor du die Anmeldung startest: einen gültigen Ausweis, eine geschäftliche E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer, eine Gewerbeanmeldung bzw. Umsatzsteuer-ID (oder das jeweilige Landesäquivalent), eine Bankverbindung für Auszahlungen und eine gültige Kreditkarte. Bereite alles vor Beginn vor — eine mitten in der Prüfung unterbrochene Anmeldung erschwert den weiteren Ablauf.
Zwei Kontotypen:
- Einzelanbieter-Konto: kein monatliches Abo, dafür eine feste Gebühr pro verkauftem Artikel zusätzlich zu den Standardgebühren, sowie eine monatliche Verkaufsobergrenze. Geeignet bei sehr geringem Volumen.
- Professionelles Konto: feste monatliche Gebühr, kein Aufpreis pro Artikel, Zugang zu Verwaltungstools (Berichte, Werbung, API). Das ist praktisch das Standardformat, sobald man mehr als ein paar Verkäufe pro Monat macht.
Die Identitätsprüfung kann je nach Bearbeitungsgeschwindigkeit wenige Minuten bis mehrere Tage dauern — ein weiterer Grund, alle Unterlagen von Anfang an bereitzuhalten.
Umsatzsteuer beim Verkauf in mehrere EU-Länder
*Dies ist eine allgemeine Erklärung, keine individuelle Steuerberatung — kläre deine Situation vor jeder Entscheidung mit einem Steuerberater.*
Sobald deine Fernverkäufe an Privatpersonen in anderen EU-Ländern 10.000 € pro Jahr übersteigen (alle EU-Länder zusammengerechnet), wird grundsätzlich die lokale Umsatzsteuerregistrierung in jedem Bestimmungsland erforderlich — es sei denn, du nutzt das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS), das seit Juli 2021 besteht.
Das Prinzip des OSS: eine einzige vierteljährliche Meldung, eingereicht in deinem Ansässigkeitsland, die deine Verkäufe je Bestimmungsland mit dem jeweils dort geltenden Umsatzsteuersatz auflistet. Eine einzige Zahlung wird anschließend an die betreffenden Behörden weitergeleitet. So entfällt die separate Registrierung in jedem einzelnen Mitgliedstaat, in dem du verkaufst.
Unter der Schwelle von 10.000 € kannst du weiterhin die Umsatzsteuer deines eigenen Landes anwenden — die OSS-Anmeldung bleibt aber ab dem ersten Euro möglich, falls du vorausschauend planen willst.
FBA oder FBM: die Entscheidung treffen
| Kriterium | FBA | FBM |
|---|---|---|
| Wer lagert/versendet | Amazon | Du (oder dein Dienstleister) |
| Prime-Badge | Ja, automatisch | Nein (außer Versand durch Prime-Verkäufer) |
| Gebühren | Lagerung + Bearbeitung durch Amazon | Logistik in Eigenverantwortung |
| Kontrolle über den Kundenservice | Von Amazon übernommen | Von dir übernommen |
| Gut geeignet für | Schnelldreher, klein/mittelgroß | Sperrige, langsam drehende Produkte oder knappe Stückmarge |
In der Praxis: Viele Verkäufer starten mit FBM, um ein Produkt zu testen, ohne Bestand bei Amazon zu binden, und wechseln dann zu FBA, sobald die Nachfrage bestätigt und das Volumen groß genug ist, um die Lagergebühren zu amortisieren.
Checkliste vor dem ersten Verkauf
- Verkäuferkonto bestätigt (Einzelanbieter oder Professionell je nach angestrebtem Volumen)
- Umsatzsteuerregelung festgelegt (national, OSS oder lokale Registrierung)
- Versandart je Produkt gewählt (FBA vs. FBM)
- Nettomarge berechnet unter Einbeziehung von Umsatzsteuer, Provision und Versandgebühren (siehe Marge berechnen)
Sobald diese drei Bausteine stehen, wird der Rest — Produkte finden, Quellen vergleichen, Preise verfolgen — zu einer Frage von Methode und Tools. Genau das automatisiert ArbitragePro+.